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  • AutorenbildSilke Balsam-Wefer

Neuanfänge: Von Spätzündern, äußeren Bremsklötzen und inneren Blockaden

Es ist nie zu spät, sich für etwas Neues zu entscheiden, nie zu spät für einen ersten Neuanfang.


Eine Klientin, die über 80 Jahre alt war, sagte zu mir: Ja, was denken Sie denn? Ich will noch 100 Jahre alt werden, aber so, wie es mir jetzt geht, nicht. Also, auf geht es mit der Therapie! Sie hat sich getraut. Ja, und was soll ich sagen, es hat sich gelohnt. Sie lebt ein Leben ohne Angst. Da ist jeder Tag ein wertvoller Tag, wirklich jeder einzelne Tag.


Jedem Neuanfang liegt etwas Wunderbares in sich, eine Aufregung, die beflügelt. Wir lernen uns neu kennen, unseren Mut, unser Zögern, unsere Blockaden. Jeder Neuanfang ist eine Chance, sich wieder einmal neu kennen lernen zu dürfen. Klingt das nicht verlockend?


Wir können unserem Leben eine neue Richtung und einen neuen Sinn geben. Wenn da nicht immer wieder diese Gedanken in unserem Kopf wären, die uns davon abhalten wollen. Wenn da nicht unsere Umgebung wäre, die ihre Bedenken äußert.


Schluss damit! Packen Sie die Gelegenheit beim Schopfe, lassen Sie nicht immer wieder Zeit verstreichen. Der richtige Zeitpunkt ist jetzt!


Wenn Sie das Gefühl haben, auf der Stelle zu treten oder sich nicht mehr wohlfühlen. Wenn Sie denken, das kann es doch noch nicht gewesen sein. Wenn Sie ahnen, dass Sie noch nicht Ihr gesamtes Potential ausgeschöpft haben und fühlen, da wartet noch eine ganze Art von Arbeit auf Sie, eine, die Sie begeistern kann. Dann ist es an der Zeit, über eine Veränderung nachzudenken.


Uns inspirieren oft ungewöhnliche berufliche Werdegänge, insbesondere die von den sogenannten Spätzündern. Bringen sie uns doch zum Nachdenken über das eigene Leben, über das, was wir schon erlebt haben und das, was vielleicht noch fehlt.


Den Zeitgeist treffen diese allerdings nicht. Es werden die gefeiert, die bereits ganz jung viel geleistet und erreicht haben, die Frühstarter. Diesen schenken wir all unsere Bewunderung und Aufmerksamkeit. Die besten und einzig möglichen Erfolge scheinen die in der Jugend zu sein.


Ist das wirklich so? Haben wir immer noch diesen alten Glaubenssatz in uns: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr?! Ich kann nur sagen, da wird Hans nun wirklich Unrecht getan!


Wissenschaftlich ist es in jedem Fall unmöglich vorher zu sagen, wie sehr ein Mensch aufblühen wird, wie sehr er sein Potential entfalten wird und wann.


Es gibt so viele bestimmende Faktoren, die ein frühes Durchstarten nicht ermöglichen. Die Welt ist nicht zu Ende, wenn man mit Mitte 20 noch nicht seinen Weg gefunden hat.



Es kann so viel in Ihrem Leben geschehen, was Ihren Weg zu einem Weg mit einigen Hindernissen oder Umwegen werden lässt. Vielleicht gab es Verzögerungen in der kindlichen Entwicklung.


Vielleicht konnten Sie als Jugendlicher nicht Ihren Weg finden, weil es Ihnen an Unterstützung und an Vorbildern gefehlt hat und so das Selbstbewusstsein auf der Strecke blieb.


Später gab es so viele externe Faktoren, die Sie gehindert haben, etwas Neues auszuprobieren. Sie hatten eine Familie, Kinder, pflegebedürftige Eltern oder einen Jobverlust.


Es gibt sie an jeder Ecke, die Knüppel, die uns das Leben in den Weg legt. Wie oft sind wir gezwungen, einen anderen als den geplanten Weg einzuschlagen.


Was sich zunächst als schwerer Kampf zeigt, kann sich aber auch zu einem Besseren, zu einer neuen Richtung entpuppen, die Sie brauchten, und die Sie zu einem Spätblüher / Spätzünder werden lässt.


Diese Menschen haben viele verschiedene Dinge ausprobiert und somit ihre Chance erhöht, etwas zu finden, was zu Ihnen passt. Ein höheres Alter zu haben, kann durchaus Vorteile mit sich bringen.


Das gilt auch für unsere kognitiven Fähigkeiten. Ja, wir vergessen durchaus das Ein oder andere. Die Sprachfähigkeiten erreichen ihren Gipfel jedoch erst in den mittleren Jahren. Es gibt sie also über unser ganzes Leben verteilt, die vielen intellektuellen Gipfel.


Gott sei Dank weist unser Gehirn zudem eine Neuroplastizität auf, so dass sich Gehirnzellen bis ins hohe Alter neu vernetzen können und damit Strukturen geschaffen werden, die neue Fähigkeiten und Lernerfahrungen ermöglichen. Wie gesagt, dem Hans wird Unrecht getan.

Spielen Sie die Stärken Ihres jeweiligen Alters aus.


Wissenschaftler haben zum Beispiel herausgefunden, dass viele Aspekte der Psyche, die für Innovationen und Kreativität wichtig sind, im Laufe eines Lebens meist zunehmen, an Kraft gewinnen.Hierzu gehören unter anderem Motivation, emotionale Intelligenz, Selbstwirksamkeit, sowie die gute alte Disziplin und Gewissenhaftigkeit.


All diese Stärken sind auch durchaus notwendig, um in den sogenannten späteren Jahren Ihr bisher noch nicht genutztes Potential zur Entfaltung zu bringen.


Sie dürfen sich zu einem regelrechten Hürdenspringer entwickeln, wenn Sie sich entscheiden, etwas Neues zu lernen, einen Wechsel in der beruflichen Laufbahn zu wagen.


Es gibt sie, diese äußeren Bremsklötze, wie Altersbegrenzungen in bestimmten Ausbildungsgängen, Verpflichtungen finanzieller und familiärer Art, mangelnde Unterstützung vom Arbeitgeber und nicht zu vergessen die Bedenkenträger in der Familie oder im Freundeskreis.


Nicht dass das schon genug wäre. Darüber hinaus gibt es die inneren Blockaden, für die Sie ganz allein zuständig sind, die Selbstzweifel. Geben Sie diesen keine Chance.


Ja, Sie werden einen ungewöhnlichen Weg einschlagen. Ja, er wird vermutlich auch unkonventionell sein, und das ist auch gut so. Erkennen Sie an, dass Ihre Stärken und Ressourcen aus dem sonst so üblichen Rahmen fallen. Lernen Sie diese zu schätzen.

Suchen Sie sich ein Umfeld, das Sie unterstützt. Suchen Sie sich Gleichgesinnte. Suchen Sie sich gegeben falls professionelle Unterstützung.


Im Übrigen muss es nicht immer der vollkommene Wechsel in eine ganz andere Richtung sein. Manchmal reicht auch schon ein neues Hobby aus, ein neues Interessengebiet. Etwas, was Sie schon seit Ihrer Jugend fasziniert hat, wofür Sie bisher noch keine Zeit hatten oder nicht gewagt haben, diese für sich zu beanspruchen.


Manchmal brauchen wir nur einen ganz kleinen Schups in die richtige Richtung, einen kleinen Hinweis, ein kleines Zeichen. Es ist nie zu spät diese zu erkennen!


Ich wünsche Ihnen den Mut, den Sie ganz persönlich benötigen, um einen ersten Schritt zu gehen. Ich bin sicher, Sie schaffen das.


Sollten Sie das Gefühl haben, dass Sie gern mit Jemanden darüber sprechen möchten – auf welchem Weg auch immer -, der genügend Abstand dazu hat, der Ihnen professionell zur Seite steht, um das Geschehene zu verarbeiten und neue Wege zu erkennen, vereinbaren Sie gern einen Termin mit mir, online oder klassisch.


Viele Grüße aus der Praxis Pinneberg

Ihre Silke Balsam-Wefer

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